Shutter Island

Shutter Island von Martin Scorsese ist ein psychologischer Thriller, der durch seine düstere Atmosphäre und dichte Spannung überzeugt. Die Geschichte folgt dem US-Marshal Teddy Daniels (gespielt von Leonardo DiCaprio), der zusammen mit seinem Partner auf eine abgelegene Insel geschickt wird, um das Verschwinden einer Patientin aus einer Nervenheilanstalt zu untersuchen.

Der Film spielt gekonnt mit Wahrnehmung und Realität. Je länger die Ermittlungen dauern, desto mehr beginnt man – genau wie die Hauptfigur – an der Wahrheit zu zweifeln. Die Stimmung bleibt durchgehend angespannt, und visuell wie schauspielerisch liefert der Film konstant auf hohem Niveau ab.

Was Shutter Island besonders gut macht, ist die stetige Steigerung der psychologischen Spannung. Auch wenn der Plot bei genauem Hinschauen recht früh durchschaubar sein kann, bleibt das Interesse dennoch hoch. Der Film hält einen bis zum Ende in Atem und schafft es, selbst beim zweiten oder dritten Ansehen neue Details entdecken zu lassen.

Die Schlussszene ist besonders eindrucksvoll und emotional. Als sich langsam die Wahrheit zeigt, wird deutlich, dass Teddy in Wirklichkeit Andrew Laeddis ist – ein Patient der Anstalt, der nach dem Mord an seiner manisch-depressiven Frau in Behandlung ist. In einer dramatischen Rückblende sieht man, wie seine Frau Dolores die drei gemeinsamen Kinder ertränkt hat, bevor Andrew sie im Schockzustand erschossen hat. Diese Szene ist hart, aber zentral für das Verständnis des Films. Sie erklärt nicht nur seine Schuldgefühle, sondern auch, warum er sich eine neue Identität erschaffen hat, um der Realität zu entkommen.

Der letzte Satz des Films bleibt vielen im Kopf: „Was ist schlimmer – als Monster zu leben oder als guter Mensch zu sterben?“ Dieser Satz wirft die Frage auf, ob Andrew wirklich rückfällig ist – oder ob er sich bewusst für das Vergessen entscheidet, um nicht weiter mit seiner Schuld leben zu müssen.

Meine Bewertung: 8.7 von 10 Punkten.

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