Taxi Driver von Martin Scorsese ist ein Filmklassiker aus dem Jahr 1976, der bis heute fasziniert. Doch es ist kein einfacher Film: Viele Zuschauer – wie auch ich – sind beim ersten Ansehen eher verwirrt. Die Handlung scheint anfangs schwer greifbar, und es fällt nicht leicht, den inneren Wandel der Hauptfigur sofort zu verstehen. Trotzdem wirkt der Film nach – und genau das macht ihn besonders.
Im Zentrum steht Travis Bickle (gespielt von Robert De Niro), ein ehemaliger Marine, der als Taxifahrer nachts durch die Strassen von New York fährt. Er leidet unter Schlaflosigkeit, Einsamkeit und dem Gefühl, keinen Platz in der Gesellschaft zu haben. Mit jedem Tag steigert sich seine Abneigung gegenüber dem Verfall der Stadt, die er als „dreckig“ und „krank“ empfindet. Travis beginnt, sich mehr und mehr von der Realität zu entfernen.
Er verliebt sich zunächst in Betsy, eine Wahlkampfhelferin, doch das Date mit ihr verläuft katastrophal – er nimmt sie mit in ein Pornokino, weil er keinen besseren Ort kennt. Dieser soziale Fehltritt führt dazu, dass er sich weiter isoliert. Gleichzeitig entwickelt er eine Obsession für die 12-jährige Prostituierte Iris (gespielt von Jodie Foster). Er ist überzeugt, dass er sie „retten“ muss – notfalls mit Gewalt.
Travis beginnt ein körperliches Training, kauft Waffen und plant ein Attentat auf einen Präsidentschaftskandidaten. Als das scheitert, kanalisiert er seine Wut in einen blutigen Racheakt gegen Iris‘ Zuhälter und dessen Umfeld. Der Film endet mit einem scheinbar ruhigen Travis – doch ob er wirklich geheilt ist oder nur auf das nächste Chaos zusteuert, bleibt offen.
Was den Film besonders macht, ist seine dichte Atmosphäre, die psychologische Tiefe und die Mischung aus Realität und Wahnsinn. Robert De Niro liefert eine beeindruckende Performance – besonders berühmt ist die Szene, in der er sich vor dem Spiegel fragt: „You talkin’ to me?“
Auch wenn ich den Film beim ersten Mal nicht ganz verstanden habe, hat mich diese düstere, intensive Geschichte nicht mehr losgelassen. Taxi Driver ist ein Film, der sich nicht sofort erschliesst, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Meine Bewertung: 8.5 von 10 Punkten.